Kleine Münzen, große Verantwortung
Erinnerst du dich noch an dein erstes eigenes Geld? Plötzlich hattest du die Macht, dir genau das zu kaufen, was du wolltest – zumindest theoretisch. In der Praxis war das Geld oft schneller weg, als du „Eiscreme“ sagen konntest.
Jetzt bist du selbst Elternteil und stehst vor der Frage: Wie bringe ich meinem Kind bei, mit Taschengeld umzugehen? Wie viel ist angemessen? Muss ich kontrollieren, wofür es das Geld ausgibt? Und wie verhindere ich, dass es innerhalb von zwei Tagen pleite ist?
Keine Sorge – mit ein paar einfachen Regeln und einer Portion Geduld kannst du deinem Kind beibringen, sein Taschengeld sinnvoll einzuteilen. Und wer weiß – vielleicht lernt ihr als Familie gemeinsam etwas über Geld!
Warum ist Taschengeld so wichtig?
Viele Eltern zögern, ihrem Kind regelmäßig Geld zu geben – aus Angst, es könnte damit Unsinn anstellen. Aber Taschengeld ist eine wertvolle Lektion in Sachen Verantwortung und Selbstständigkeit.
💡 Warum lohnt es sich, Kindern Taschengeld zu geben?
✅ Umgang mit Geld lernen – besser jetzt mit kleinen Beträgen als später mit großen!
✅ Sparverhalten entwickeln – der neue Lego-Set oder die Lieblingszeitschrift? Prioritäten setzen will gelernt sein.
✅ Eigenständigkeit fördern – das Kind entscheidet selbst, ob es sein Geld spart oder ausgibt.
✅ Erste finanzielle Fehler machen – und daraus lernen, ohne großen Schaden anzurichten.
Wie viel Taschengeld ist sinnvoll?
Natürlich gibt es keine feste Regel, aber hier sind Empfehlungen von Experten:
📌 6–7 Jahre: ca. 1,50 – 2 € pro Woche
📌 8–9 Jahre: ca. 2 – 3 € pro Woche
📌 10–11 Jahre: ca. 12 – 15 € pro Monat
📌 12 Jahre: ca. 20 € pro Monat
👉 Wichtig: Taschengeld sollte nicht an Bedingungen geknüpft sein! Dein Kind sollte es regelmäßig bekommen, unabhängig von Noten oder Hausarbeiten.
Warum? Weil es so lernt, mit einem festen Budget umzugehen – genau wie wir Erwachsenen mit unserem Gehalt.
Wie dein Kind sein Taschengeld sinnvoll einteilt
Jetzt kommt die große Frage: Wie sorge ich dafür, dass mein Kind nicht alles auf einmal für Süßigkeiten ausgibt? Hier ein paar bewährte Tipps:
1. Die 3-Sparten-Regel: Einfache Einteilung des Geldes
Viele Kinder geben ihr Taschengeld aus, ohne darüber nachzudenken. Eine einfache Möglichkeit, den Überblick zu behalten, ist das 3-Sparten-System:
🟡 Sparen: Ein Teil des Geldes wird zurückgelegt – für größere Wünsche oder die Zukunft.
🟢 Ausgeben: Das Geld für Süßigkeiten, kleine Spielsachen oder spontane Wünsche.
🔵 Spenden: Ein kleiner Teil für eine gute Sache – das kann eine Tierschutzorganisation oder das Sparschwein für einen Freund sein.
💡 Tipp: Du kannst deinem Kind drei Sparbüchsen oder Umschläge geben, um das Geld zu verteilen!
2. Wünsche vs. Bedürfnisse – Ein Spiel zur Reflexion
Kinder wollen oft sofort alles haben. Aber ist das wirklich nötig? Eine tolle Übung ist das „Wünsche vs. Bedürfnisse“-Spiel:
📝 Schreibe verschiedene Dinge auf kleine Zettel:
🍫 Schokolade
👕 Neue Kleidung
📱 Ein Handy
🛴 Ein neuer Roller
🎫 Kinoticket
Lass dein Kind die Zettel in zwei Stapel aufteilen: Was ist ein Wunsch? Was ist ein echtes Bedürfnis?
So lernt es, Prioritäten zu setzen!
3. Wartezeiten einführen – der 7-Tage-Trick
Wenn dein Kind etwas Größeres kaufen möchte, führe eine Wartezeit von 7 Tagen ein.
🔹 Am ersten Tag schreibt dein Kind den Wunsch auf.
🔹 Jeden Tag schaut es sich den Zettel an – ist es immer noch überzeugt?
🔹 Nach einer Woche darf es entscheiden.
Oft vergeht die Kauf-Lust in der Zeit – oder das Kind erkennt, dass es das Geld lieber sparen möchte.
4. Sparen spielerisch gestalten – das „Ziel-Sparschwein“
💰 Motivation ist alles! Wenn Kinder wissen, dass sie auf etwas Großes sparen, fällt es ihnen leichter, ihr Geld nicht sofort auszugeben.
🎯 Bastelt zusammen ein „Ziel-Sparschwein“:
- Malt oder druckt ein Bild des Wunschobjekts aus (z. B. ein neues Spiel oder eine Eintrittskarte).
- Klebt es auf ein Einweckglas oder eine Spardose.
- Jedes Mal, wenn Geld hineingelegt wird, steigt die Vorfreude!
Eigene Erfahrungen: Der „Zwei-Tages-Test“
Ich erinnere mich noch gut an die Taschengeld-Anfänge meiner Tochter. In der ersten Woche war das Geld innerhalb von 48 Stunden weg – für Süßigkeiten, Aufkleber und eine Zeitschrift.
Also haben wir eine neue Regel eingeführt: Alles, was mehr als die Hälfte des Taschengelds kostet, muss erst zwei Tage „überdacht“ werden.
Das war ein Gamechanger! Plötzlich überlegte sie zweimal, ob sie wirklich ein drittes Kuscheltier brauchte. Heute, mit 10 Jahren, spart sie oft wochenlang auf Dinge, die ihr wirklich wichtig sind.
Fazit: Geduld haben und gemeinsam lernen
Taschengeld ist eine tolle Möglichkeit, Kindern finanzielle Verantwortung beizubringen – aber es braucht Zeit. Dein Kind wird Fehler machen, aber genau das ist der Lernprozess!
💡 Die wichtigsten Erkenntnisse:
✅ Taschengeld sollte regelmäßig und ohne Bedingungen gezahlt werden.
✅ Das 3-Sparten-Prinzip hilft, das Geld sinnvoll einzuteilen.
✅ Kinder müssen lernen, zwischen Wünschen und Bedürfnissen zu unterscheiden.
✅ Sparen kann Spaß machen – mit Ziel-Sparschweinen oder Wartezeiten.
Und am wichtigsten: Sei geduldig! Dein Kind wird nicht von heute auf morgen ein Finanzgenie. Aber mit deiner Hilfe lernt es, mit Geld umzugehen – eine Fähigkeit, die es ein Leben lang begleiten wird.
FAQ – Häufige Fragen zum Thema Taschengeld
1. Soll ich meinem Kind vorschreiben, wofür es das Geld ausgibt?
Nein, es sollte frei entscheiden dürfen – auch wenn das bedeutet, dass es mal Unsinn kauft. Daraus lernt es!
2. Was, wenn mein Kind immer sofort alles ausgibt?
Dann hilft das 7-Tage-Prinzip oder eine feste Spar-Regel (z. B. 50 % sparen, 50 % ausgeben).
3. Sollte ich Taschengeld kürzen, wenn mein Kind unartig ist?
Nein, Taschengeld ist zum Üben da – es sollte nicht als Strafe oder Belohnung eingesetzt werden.
4. Mein Kind will mehr Taschengeld – was tun?
Redet gemeinsam darüber! Vielleicht kann es durch Extra-Aufgaben Geld dazuverdienen, aber das Grund-Taschengeld bleibt fix.
5. Ab wann ist ein eigenes Konto sinnvoll?
Spätestens mit 12–13 Jahren macht ein eigenes Kinderkonto Sinn, damit dein Kind lernt, digital mit Geld umzugehen.
Wie läuft das mit dem Taschengeld bei euch? Hast du noch weitere Tipps? Schreib’s in die Kommentare!
